In 10 Schritten zum eigenen Podcast

Podcast-Studio mit Mischpult und Aufnahmesoftware am Computer

Bildquelle: Pixabay

Podcast: Mit einem klaren Konzept ans Ziel kommen.


19. Mai 2021 | Von Lennard Fötzsch

Podcasts zählen zu den neuen Möglichkeiten des Online-Marketings. Allerdings erscheinen sie vielen Unternehmer/-innen noch nicht greifbar. Oftmals sind die Hürden zu groß: Wie nimmt man einen Podcast auf? Und wie kommt die Audio-Datei auf die großen Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts? Wie findet man eine Zuhörerschaft? Wie schöpft man als Unternehmen Nutzen aus der investierten Zeit?

Dieser Praxisleitfaden beantwortet die grundlegenden Fragen und führt Sie von der Idee bis hin zur ersten veröffentlichten Episode. Dabei orientiert sich die empfohlene strategische Vorgehensweise zum Aufbau eines Podcast-Konzeptes an folgenden Punkten:

1. Ziel definieren

2. Thema und Nische finden

3. Name und Cover kreieren

4. Struktur festlegen (Länge, Frequenz, Aufbau)

5. Technik und Equipment

6. Den Podcast aufnehmen

7. Bearbeiten und Schneiden

8. Podcast-Hosting

9. Beschreibung und Shownotes verfassen

10. Das richtige Marketing

Schritt 1: Ziel definieren

Einen Podcast zu erstellen, weil es Trend ist und viele Unternehmen sich dieser Marketingmöglichkeit öffnen, sollte nicht die Motivation sein. Stattdessen braucht ein Podcast ein formuliertes und realistisches Ziel, das mit der eigenen Unternehmensphilosophie harmoniert. Es sollte also geklärt werden, was mit dem Podcast erreicht werden soll und wer mit dem Podcast angesprochen wird. Mögliche Ziele sind, das eigene Unternehmen bekannt zu machen, neue Kund/-innen zu gewinnen oder die Stammkundschaft zu binden.

Schritt 2: Thema und Nische finden

Im nächsten Schritt muss das Thema gefunden werden. Podcasts leben von spannenden Inhalten, die in einem Gespräch zwischen mehreren Personen oder alleine vor dem Mikrofon vermittelt werden können. KMU haben oft den Vorteil eine Nische zu bedienen. Das hilft bei der Themenfindung und macht den Podcast leichter auffindbar. Je spezifischer, desto besser.

Schritt 3: Name und Cover kreieren

Zwei sehr wichtige Bausteine des Podcasts: der Name und das Cover. Der Name des Podcasts muss einprägsam sein und sollte von anderen noch nicht verwendet werden. Für eine bessere Auffindbarkeit im Internet spielt bei der Namensfindung auch SEO eine Rolle. Ein Podcast-Name sollte gut überlegt sein und die wichtigsten Schlagwörter enthalten.

Die Abkürzung SEO steht für Search Engine Optimization (Suchmaschinenoptimierung). SEO ist eine Disziplin im Online Marketing, bei der es darum geht mithilfe von bestimmten Maßnahmen in einer Suchmaschine wie Google relativ weit vorne zu erscheinen. [MOU1] 

Neben dem Namen entscheidet das Cover, ob ein Podcast zum Anhören einlädt. Nutzen Sie dazu einen Grafikdesign-Profi, entweder aus dem Bekanntenkreis oder aus dem eigenen Unternehmen. Ansonsten gibt es auf Plattformen wie fiverr oder 99designs [MOU2] sogar Designer/-innen, die sich auf das Erstellen von Podcast-Covern spezialisiert haben.

Schritt 4: Struktur festlegen

Ein Podcast kann frei gestaltet werden – es gibt keine Grenzen. Allerdings sollten Sie sich auf eine Struktur festlegen, um auch einen Wiedererkennungswert zu erzeugen. Hörer/-innen möchten nicht bei jeder Podcast-Episode anders angesporchen werden, sondern freuen sich auf feste und gewohnte Abläufe. Ankerpunkte sind ein sich über alle Episoden wiederholendes gleich gestaltetes Intro (Einleitung) und Outro (Schlussteil). Lassen Sie sich von anderen Podcasts inspirieren.

Die Bitkom-Studie hat ergeben, dass die durchschnittliche Wunschlänge eines Podcasts von Seiten der Hörer/-innen ungefähr 18 Minuten beträgt. Eine passende Länge lässt sich pauschal aber nicht festlegen, da dies abhängig vom Thema und der Zielgruppe ist. Ein Podcast, der zur Kurzfassung von aktuellen News dient, sollte keine Stunde dauern, sondern ist darauf ausgelegt, unter 20 Minuten zu bleiben. Ein Podcast, bei dem sich zwei Menschen unterhalten, kann dagegen auch über eine Stunde gehen. Bei der zeitlichen Frequenz gibt es keine festen Regeln, allerdings empfiehlt sich, dass der Podcast in einem regelmäßigen Rhythmus erscheint. Beliebte Zyklen sind wöchentlich, alle zwei Wochen oder einmal im Monat.

Schritt 5: Technik und Equipment

Das Mikrofon ist extrem wichtig, nicht nur, damit überhaupt aufgenommen werden kann, sondern um eine entsprechende Qualität zu liefern. Man unterscheidet zwischen dynamischen Mikrofonen und Kondensator-Mikrofonen. Hören Sie doch mal selbst rein, was Ihnen am besten gefällt. [Link: https://www.youtube.com/watch?v=r1IPFDdthPU] Wenn Sie alleine im Raum aufnehmen, brauchen Sie nur ein USB-Mikrofon und einen Computer. Planen Sie mit mehreren Gesprächspartner/-innen in einem Raum zu sitzen, wird ein Aufnahmegerät benötigt.

Schritt 6: Den Podcast aufnehmen

Um den Podcast aufzunehmen, brauchen Sie kein hochprofessionelles Tonstudio. Nehmen Sie den Podcast in einer ungestörten Umgebung auf, in der Sie sich wohlfühlen. Achten Sie darauf, dass der Raum nicht zu viele Fenster- oder Glasfronten und keine hohen Decken hat. Das sorgt für viel Hall auf der Aufnahme. Für die Aufnahme benötigen Sie spezielle Software. Hier gibt es einige kostenfreie Programme, zum Beispiel „Audacity“ oder „Garage Band“.

Schritt 7: Bearbeiten und Schneiden

Wer während der Aufnahme mit der Formulierung des einen oder anderen Satzes nicht vollends zufrieden ist, kann das durch Bearbeitung und Schneiden im Nachhinein korrigieren. Störgeräusche wie Räuspern oder lange Pause können in der Nachbearbeitung ebenfalls entfernt werden. Oftmals lassen sich Aufnahmeprogramme auch zur Bearbeitung nutzen. Hier gibt es ebenfalls wieder die Wahl zwischen kostenfreier Software und Bezahlsoftware. Beispiele für kostenpflichtige Software sind „Hindenburg Journalist“ und „Reaper“ mit der Erweiterung „Ultraschall“, die für Podcaster entwickelt wurde.

Schritt 8: Podast-Hosting

Genau wie für eine Website wird auch für einen Podcast Speicherplatz benötigt, um ihn im Internet zur Verfügung zu stellen. Dieser Service wird von Podcast-Hosting-Anbietern übernommen. Der Hosting-Anbieter sorgt dafür, dass die aufgenommenen Audio-Dateien auf Podcast-Apps und Plattformen (Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts) erscheinen und gehört werden können. Die Preise für das Podcast-Hosting richten sich nach der Frequenz und Länge der einzelnen Episoden. Falls der Podcast im wöchentlichen Rhythmus erscheint und eine Spielzeit von ca. 1 Stunde hat, zahlt man rund 10 Euro pro Monat. Bekannte Anbieter sind Podigee, podcaster.de und Libsyn.

Schritt 9: Beschreibung und Shownotes verfassen

Jeder Podcast hat eine Beschreibung, die in einer Vorschau verrät, was das übergeordnete Thema eines Podcasts ist. Diese erscheint unter dem Titel des Podcasts. Für jede einzelne Episode muss ebenfalls ein Titel und eine Beschreibung verfasst werden. Es sollte kurz und knapp erwähnt werden, was in der Episode passiert. Über die Shownotes werden den Zuhörer/-innen weiterführende Informationen mitgegeben. Hier ist Platz für einen Link zu Ihrer Website oder zu Ihren Social-Media-Kanälen.

Schritt 10: Das richtige Marketing

Ein Podcast sollte nicht alleine stehen. Damit sein volles Potenzial ausgeschöpft werden kann, muss ein Podcast in die gesamte Unternehmenskommunikation eingegliedert werden. Das richtige Marketing spielt mittlerweile eine sehr zentrale Rolle, um den Podcast bekannt zu machen. [Link: Kapitel 3.7] Es ist wichtig, dass der Podcast auf der eigenen Website zu finden ist. Falls Sie keine Website haben, sollten Sie eine erstellen. Außerdem müssen die bestehenden Social-Media-Kanäle und der Newsletter genutzt werden, um den Podcast zu verbreiten.

Kosten- und Zeitkalkulation

Wenn Sie überlegen, einen Podcast zu starten, sollten Sie auch eine Kosten- und Zeitkalkulation durchführen. Podcasting bedarf nicht nur eines gewissen Budgets, sondern ist vor allem eine nicht zu unterschätzende Zeitinvestition. Wenn Sie am Anfang keine Lust haben, sich mit der Technik auseinanderzusetzen, oder Hilfe bei der Konzepterstellung brauchen, gibt es die Möglichkeit, sich an Podcast-Agenturen zu wenden. Zur Orientierung: Kostenpunkt für eine Beratung liegt ungefähr bei 2000 Euro. Eine Beratung kann Ihnen Zeit sparen und einen Überblick verschaffen, was Sie auf Dauer alleine schaffen können und bei welchen Punkten eventuell Hilfe benötigt wird.

Wenn Sie im Unternehmen 1 bis 2 Mitarbeiter/-innen finden, die Lust aufs Podcasten haben, rät Podcast-Stratege Jürgen Krauss, diesen Enthusiasmus zu nutzen. Stichwort: Authentizität. Überlegen Sie, wie Sie am schnellsten, aber auch am kostengünstigsten an Ihr Ziel kommen. Es kann auch ein Mittelweg aus externer Hilfe und interner Umsetzung sein. Wenn Sie Ihren Podcast eingerichtet haben, müssen Sie pro Folge ca. einen Arbeitstag inklusive Vor- und Nachbereitung einplanen, wie Valerie Wagner im Interview berichtet. [Link: Kapitel 3.4]

Die folgende Checkliste soll zur groben Orientierung dienen, mit welchen Investitionen bei einem eigenen Podcast zu rechnen ist.

[Checkliste/ Kasten:]

Mögliche Kosten – Checkliste

Notwendig:

Mikrofon: 100 bis 200 Euro einmalig

Aufnahme-/Schnittprogramm: 0 bis 60 Euro einmalig

Jingle für ein Intro/Outro: 10 bis 40 Euro einmalig

Cover: 200 Euro einmalig (große Preisspanne, abhängig vom Dienstleister)

Hosting: ca. 10 Euro pro Monat (außer es wird mithilfe von Plug-ins selbst gehostet)

Optional:

Aufnahmegerät: ca. 150 Euro einmalig (wird benötigt bei mehreren Teilnehmer/-innen in einem Raum)

Schallschutz: 30 Euro einmalig

Kopfhörer: 50 Euro einmalig


 [MOU1]Würde ich komplett raus lassen

 [MOU2]Verlinkiung?

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