Von der klassischen Weiterbildung hin zur Lernkultur

Wer digitaler werden will, muss lernen und zur lernenden Organisation werden. (Bild: Pexels)

Wer digitaler werden will, muss lernen und zur lernenden Organisation werden. (Bild: Pexels)


24. Februar 2019 | Von Pia Sue Helferich, Winfried Krieger

Der digitale Wandel und die Digitalisierung führen dazu, dass in Organisationen und Unternehmen ein erhöhter Lernbedarf besteht. Dadurch, dass insbesondere die Digitalisierung kein abgeschlossenes Projekt ist, sondern sich Unternehmen dabei ständig weiterentwickeln, erhält das Lernen in Organisationen einen anderen Stellenwert. Es wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Klassische Weiterbildung und Ausbildung, z.B. mit Hilfe von Seminaren, ist natürlich immer noch wichtig, greift allerdings zu kurz. Vielmehr geht es neben den klassischen Formen der Aus- und Weiterbildung darum, das Lernen sozusagen in die DNA des Unternehmens und vor allem in den Alltag zu integrieren. Dazu gehören z.B. auch das Lernen mit Kolleginnen und Kollegen im Arbeitsalltag, das Interagieren in sozialen Netzwerken (z.B. thematische Facebook-, XING-, oder LinkedIn-Gruppen), die Förderung von Neugier und Innovationen und eine konstruktive Fehlerkultur. Das Lernen, das nebenbei in den Gesprächen oder im Alltag stattfindet, nennt man informelles Lernen.

Kulturwandel durch konkrete Handlungen

In der Digitalisierung verstehen sich erfolgreiche Unternehmen als lernende Organisationen. Damit sind verschiedene Aspekte gemeint: Zum einen ist den Beschäftigten (und der Geschäftsführung) bewusst, dass laufendes Lernen Teil des Arbeitsalltags ist und notwendig, um mit der ständigen Veränderung umzugehen. Zum anderen bedeutet „lernende Organisation“, dass alle ihre Mitglieder daran arbeiten, neue Ideen zu entwickeln, beispielsweise um Abläufe zu verbessern oder um mit Veränderungen im Markt bestmöglich umzugehen.

Unternehmen hin zu lernenden Organisationen zu entwickeln, bedeutet einen Kulturwandel zu initiieren. Es lässt sich jedoch nicht von heute auf morgen ein Schalter umlegen, sondern dieser Prozess dauert seine Zeit und hängt auch mit der Veränderung des Mindsets zusammen, wie z.B. Führungskräfte Ihre Führungsaufgaben verstehen oder wie offen das Unternehmen und damit Mitarbeitende für Ideen und Aspekte von außen sind. Oft heißt es: Wir müssen erst unsere Unternehmenskultur oder das individuelle Mindset ändern, dann beginnen wir., Allerdings ändern sich diese Aspekte nur über konkrete Handlungen, also am Arbeitsplatz.

Lernkultur in der DNA des Unternehmens verankern

Wir greifen in dieser Themensammlung Aspekte auf, die Ihnen helfen können, Ihre Organisation hin zu einer lernenden Organisation zu entwickeln und einen solchen Kulturwandel in Ganz zu bringen.

Sie kennen das sicher aus Ihrem eigenen Unternehmen: Mit manchen Kolleginnen und Kollegen spricht man ganz selten. Oft sind aber gerade diese Gespräche mit Personen, die sich nicht jeden Tag sehen, sehr fruchtbar in Bezug auf neue Ideen, Innovationen oder die Verbesserung von Prozessen.  Es gibt Methoden, die Ihnen helfen, Personen aus Ihren Unternehmen zusammenzubringen und genau diese so genannten Silos aufzubrechen und die Kommunikationskultur zu verbessern. Dazu zählen zum Beispiel spezielle Workshop-Formate Open-Space-Methoden, wie das Barcamp oder das World Café. Wenn das Thema, das diskutiert werden soll, ein wenig kritischer ist, eignet sich eine Fishbowl-Diskussion.

Zu einer Lernkultur gehört auch, sein Wissen zu teilen und anderen dabei zu helfen, sich zu entwickeln. Wissen sollte nicht als Macht- oder Herrschaftswissen genutzt werden, sondern im Interesse der gemeinsamen Organisationsentwicklung eingesetzt werden. Die Methode Working Out Loud kann dabei zum Beispiel helfen, diese Kultur des Gebens und des Teilens im Unternehmen zu etablieren.

Wir haben zu Beginn davon gesprochen, dass natürlich auch die klassische Weiterbildung noch eine wichtige Rolle im Unternehmen spielt. Neben Präsenzseminaren kann diese auch digital erfolgen z.B. als Online-Seminar, oder in Formen von Blended-Learning-Kursen, bei denen sich Präsenz- und Online-Lernen abwechseln.

Falls Sie konkrete didaktische Unterstützung für Lehr‐Lern‐Formaten suchen, die speziell auf erfahrene Fach‐ und Führungskräfte zugeschnitten sind, stehen wir Ihnen in Präsenz‐ und Online‐Sprechstunden im persönlichen Gespräch als Sparrings‐Partner zur Verfügung. Sprechen Sie uns gerne an.

Zusätzlich greifen wir laufend aktuelle Themen sowie Anregungen und Hilfestellungen oder Beispiele auf, die in der Kolumne „Kriegers Lernprozesse“ diskutiert werden.

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