Blended Learning: Präsenz und Online mischen

Blended Learning


11. Dezember 2018 | Von Stephan Hofmann /red

Blended Learning (Englisch für gemischtes Lernen) ist die Kombination unterschiedlicher Lernmethoden. Eine zeitgemäße „Mischung“ aus Präsenz- und Online-Training für das wirksame, nachhaltige und wirtschaftliche Lernen von Praxisthemen. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, die Vorteile dieser Methode.

Mittelstand 4.0 und Industrie 4.0 fordert die Unternehmen mehr denn je, ihre Mitarbeiter/-innen kontinuierlich und praxisorientiert weiterzubilden. Dabei ist es gerade für den Mittelstand häufig schwierig, dass diese Mitarbeiter/-innen im Rahmen einer Weiterbildung für mehrere Tage dem Unternehmen fernbleiben.

Kurze Workshops lösen zwar das Abwesenheitsproblem, sie schaffen es jedoch nicht, die Inhalte in der notwendigen Tiefe und Nachhaltigkeit zu vermitteln. Reine Online-Kurse/ E-Learning können zwar ebenso das Problem der Abwesenheit im Unternehmen lösen, aber diese Art der Weiterbildung vernachlässigt, die so wichtige soziale Komponente des Lernens.

Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Lernen wird durch die Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen Lernenden und Trainer/-innen gefördert und sollte daher wesentlicher Bestandteil eines Weiterbildungskonzeptes sein.

Was ist Blended Learning?

Eine mögliche Lösung bietet der Ansatz des „Blended Learning“. Blended Learning ist eine aus den USA stammende Mischform („ein Blend“) aus Präsenzveranstaltung und Online-Lernen. Blended Learning vereint die Vorteile einer Präsenzveranstaltung mit den Vorteilen des Online-Lernens durch das Kombinieren von Präsenz- und Online-Veranstaltungselementen. So kann auf der einen Seite die Einbindung der Teilnehmer/-innen und Moderator/-innen in das soziale Lernsystem, und auf der anderen Seite die Lerneffizienz und die Anpassbarkeit der Lernstruktur an die Teilnehmendensituation ermöglicht werden.

Wie läuft Blended Learning in der Praxis ab?

Das Konzept der Blended Learning Kurse wurde von der Hochschule Flensburg in Zusammenarbeit mit der Prof. Krieger Consulting GmbH bereits im Rahmen des Projekts Mittelstand 4.0–Agentur Kommunikation entwickelt und erfolgreich umgesetzt. So wurden in der Vergangenheit zahlreiche Kurse zu verschiedenen Themen in der Logistik und im Supply Chain Management durchgeführt. Ein auf dem Blended Learning-Ansatz basierender Kurs könnte konzeptionell folgendermaßen gestaltet sein:

Der Kurs startet mit einer Präsenz-Veranstaltung. Diese Präsenz-Start-Veranstaltung dient dazu, dass sich die Kursmoderatoren/-innen und Teilnehmer/-innen kennenlernen, ein erster fachlicher Impuls gesetzt wird. Weiterhin stellen die Kursmoderatoren/-innen den Teilnehmer/-innen bei diesem Treffen das Konzept und die Online-Lernplattform vor. Bei sich wiederholenden Kursen könnte die Präsenz-Start-Veranstaltung an wechselnden Orten stattfinden, um auch Teilnehmer/-innen aus unterschiedlichen geographischen Regionen die Teilnahme an diesem Kurs zu ermöglichen. Die Präsenz-Start-Veranstaltung fördert erfahrungsgemäß das Vertrauen der Teilnehmer/-innen untereinander sowie gegenüber den Moderatoren/-innen und Trainern/-innen und sorgt damit für einen einfacheren und offeneren Austausch.

Nach dieser Präsenz-Start-Veranstaltung beginnt das Online-Lernen auf einer Lernplattform. Dort wird Informationsmaterial strukturiert in Einheiten, bestehend aus Videos und Dokumenten sowie externem Material bereitgestellt. Testaufgaben bieten den Teilnehmer/-innen die Möglichkeit ihren Lernfortschritt zu überprüfen. Feedbackmöglichkeiten geben den Teilnehmer/-innen die Möglichkeit die Einheiten zu bewerten und damit den Moderator/-innen die Möglichkeit den Kurs kontinuierlich zu verbessern.

Telefon- und Webkonferenzen begleiten das Online-Lernen. Damit wird sichergestellt, dass die Teilnehmer/-innen neben dem individuellen Lernen auf der Lernplattform auch in die parallelen Lernaktivitäten der anderen Teilnehmer/-innen eingebunden sind. Den ModeratorInnen und Trainer/-innen wird hierdurch zusätzlich die Möglichkeit eröffnet, unmittelbar auf die individuellen Fragen und Situationen der Teilnehmer/-innen einzugehen.

Eine Abschlusswebkonferenz bringt den Kurs zu einem offiziellen Ende. Es werden die Leistungen der Teilnehmer/-innen gewürdigt, das Kursthema wird inhaltlich abgerundet, offene Fragen werden geklärt und vor allem wird nach dem Online-Lernen jede/r TeilnehmerIn ermutigt, das Gelernte im eigenen Unternehmen anzuwenden und auch weiterhin Kontakt zu den anderen Teilnehmer/-innen und den Trainer/-innen zu suchen. Für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ergibt sich nun mit der Anwendung des Gelernten im eigenen Unternehmen der Wert des Trainings.

Wie kann ich als Unternehmen meine Mitarbeiter für ein solches Konzept motivieren?

Die Lernmotivation der Teilnehmer/-innen ist zum Erreichen der Lernziele unabdingbar und stellt den Dreh- und Angelpunkt eines jeden Trainings dar. Nur motivierte Teilnehmer/-innen sind in der Lage Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen zu erweitern und so praktischen Nutzen für das eigene Unternehmen zu schaffen. Die Lernmotivation der Teilnehmer/-innen kann durch das Kursdesign beeinflusst werden. Zum einen könnte mehr Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer/-innen in der Kursbearbeitung hinsichtlich Reihenfolge, Vollständigkeit, Tiefe sowie Bearbeitungszeit und -ort die Zufriedenheit der Teilnehmer/-innen stärken. Zum anderen können spielerische Elemente wie die Vergabe von Punkten oder Auszeichnungen für die erfolgreiche Bearbeitung von Aufgaben und Tests den Lernerfolg der Teilnehmer/-innen fördern.

Die an der Zielgruppe und den Inhalten orientierte Kombination aus Präsenz-Start-Veranstaltung, Online-Lernen sowie Telefon- und Webkonferenzen ermöglicht den Teilnehmer/-innen einen wirksamen und nachhaltigen Lernerfolg bei minimaler Abwesenheitszeit im Unternehmen.

Dieses Konzept eignet sich insbesondere für die nachhaltige Vermittlung von fachlichen Inhalten. Es setzt genau dort an wo reine Präsenz- oder reine Online-Veranstaltungen versagen.

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