Die richtige Kanal-Auswahl: Sichtbarkeit durch Nischenplattformen

Frau mit Tablet in der Hand vor grünem Hintergrund

Bildquelle: Anna Shvets/Pexels


12. Januar 2022 | Von Isabelle Bickham

Viele Unternehmen stehen vor der großen Herausforderung, einen geeigneten Kanal für ihren Online-Auftritt auszuwählen. Dabei locken große Plattformen wie Facebook und Instagram durch hohe Nutzer:innenzahlen und einer vermeintlich großen Sichtbarkeit. In der Umsetzung sind viele kleine und mittlere Betriebe jedoch häufig ernüchtert, denn je größer die genutzte Plattform ist, desto höher ist auch die Konkurrenz um Sichtbarkeit und Klicks der Zielgruppe. Eine hohe Sichtbarkeit muss dadurch unter viel Zeitaufwand hart erarbeitet werden.

Oftmals empfiehlt sich daher die Nutzung von Nischenplattformen. Diese sind zwar deutlich kleiner, jedoch stärker auf eine Branche oder ein Bedürfnis der Zielgruppe ausgerichtet. Unternehmen können die dort aufgebaute Sichtbarkeit für sich nutzen und ihre Produkte oder Dienstleistungen mit wenig Eigenaufwand effektiver platzieren. Ein Element bleibt jedoch: Ein Unternehmen muss selbst aktiv werden, Initiative zeigen und die passende Plattform finden, um sich darauf über ein Profil zu engagieren.

Wir haben uns mit dem Projektteam von suedhessen-isst-bio.de unterhalten, welches im Rahmen der Ökomodell-Region Süd eine neue Online-Plattform ins Leben gerufen hat. Dort können Verbraucher:innen aus Südhessen einfach und schnell Erzeuger:innen und Vertreiber:innen regionaler Bioprodukte finden. Dabei entstand ein digitaler Marktplatz, welcher die Zielgruppe erreicht und den einzelnen Bio-Händler:innen mehr Online-Sichtbarkeit bietet.

Aus welchen Bedürfnissen ist die Plattform suedhessen-isst.bio.de entstanden?

Projektteam: Zentrales Ziel der Plattform „Südhessen is(s)t Bio“ ist die Vernetzung von Verbraucher:innen und Landwirt:innen. Alle Akteur:innen des ökologischen Landbaus und der Bio-Lebensmittelerzeugung in Südhessen sind dazu eingeladen, sich dem Projekt anzuschließen, um sich offen den Verbraucher:innen zu präsentieren und neue Zielgruppen zu erschließen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Vorstellung einzelner Bio-Landwirt:innen und ihrer Höfe in Südhessen. Wir möchten jedoch auch den Handel, Restaurants, Catering-Firmen, Hofläden, Märkte oder Projekte des städtischen Gärtnerns und der solidarischen Landwirtschaft mit einschließen. Wir wollen uns gemeinsam für ein verstärktes ökologisches Konsumverhalten in unserer Region einsetzen.

Unsere Zielgruppen sind also zum einen die Verbraucher:innen und zum anderen die Erzeuger:innen. Bessere Vermarktungsmöglichkeiten der Bio-Produkte in der Region – das ist ein großer Wunsch vieler Betriebe. Faire Preise zu erzielennatürlich auch. Hoffentlich kann der Marktplatz, wenn er mal richtig etabliert ist, hier Lücken schließen. Möglich wird dies, wenn er als Instrument auch wirklich von allen Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette genutzt wird. Beispielsweise indem ein Gastronom, der einen Bio-Erzeuger in der Nähe sucht, hier auf dem Marktplatz fündig wird. Durch unsere Plattform können wir dazu beitragen, dass beide voneinander erfahren und eine Handelsbeziehung entstehen kann.

Projektgruppe suedhessen-isst.bio.de

Die Projektverantwortlichen von suedhessen-isst-bio.de

Sie sprechen von einem digitalen Marktplatz – Was versteckt sich genau dahinter?

Projektteam: Der digitale Marktplatz soll Verbraucher:innen aus Südhessen dabei unterstützen, die verschiedenen Anbieter:innen von Biowaren zu finden und schließlich dort einkaufen zu können. Zum Suchen und Finden verschiedener Angebote ist auf der Projekt-Website eine interaktive Karte Südhessens integriert, in der vom direktvermarkteten Bio-Ei bis hin zum Vollsortimenter alle Angebote in der Region gefunden werden können. Mit einem Klick können die Betriebsprofile mit zahlreichen detaillierten Informationen aufgerufen werden. Eine Suchfunktion erleichtert das Auffinden von gesuchten Produkten in der Nähe.

Unser Ziel ist es, dass die Karte noch möglichst voll wird und wir noch mehr Erzeuger:innen- und Handelsbetriebe finden, die sich auf dem digitalen Marktplatz präsentieren möchten.

Wie wird die neue Plattform von den Nutzer:innen angenommen? Nutzen die kleinen regionalen Bio-Unternhemen das Potenzial der Online-Sichtbarkeit durch die Platttform?

Projektteam: Wir erreichen im Augenblick eher die Verbraucher:innen als die Erzeuger:innen- oder Handelsbetriebe. Das merkt man daran, dass unsere Pinnwand noch sehr wenig genutzt wird und dass es noch keine Initiativanfragen von Erzeuger:innen gibt, die sich auf dem Digitalen Marktplatz präsentieren wollen.

Momentan suchen und schreiben wir deshalb direkt Betriebe an, die Bio-Produkte erzeugen und/oder vermarkten. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass die Tools sehr gut genutzt werden, wenn sich die Möglichkeit erst herumspricht. Wir bauen diesbezüglich unsere Pressearbeit aus und hoffen, dass der Marktplatz bekannter wird und die Akteur:innen von selbst ihre Initiative dort zeigen möchten.

Unser Fazit

Die Vorteile einer Nischenplattform bewähren sich für kleine und mittlere Unternehmen. Die anzutreffende Zielgruppe ist bereits durch das spezifische Thema fokussiert und nicht „abgelenkt“ durch (themenfremde) Konkurrenz. Dadurch kann ein Unternehmen sich einfacher und zeitschonender plazieren. Das direkte Themeninteresse der Zielgruppe schafft zudem eine wesentlich höhere Reichweite.

Das Praxisbeispiel von suedhessen-isst.bio.de bestätigt, dass die Zielgruppe der Käufer:innen an einer Nischenplattform für regionale Bio-Produkte interessiert ist und diese im Netz aktiv sucht.

Unsere klare Empfehlung: Die Recherche nach Nischenplattformen lohnt sich für jedes Unternehmen!

Wir bedanken uns für das informative Interview!

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