Vertrauen als Schlüsselfaktor erfolgreicher Digitalisierung

Menschen stehen im Kreis und machen gleichzeitig einen Handschlag

Für die Digitalisierung ist Vertrauen besonders wichtig.


17. November 2020 | Von Svenja Dittmann

Die Digitalisierung durchzieht alle Bereiche der Arbeitswelt. Sie birgt zahlreiche Chancen für Unternehmen, stößt dabei jedoch einen tiefgreifenden Kulturwandel an, die das Vertrauen auf die Probe stellen kann.

Unternehmen schlagen bei der Digitalisierung ganz neue Wege ein: Etablierte Formen der Zusammenarbeit und Kooperation wandeln sich durch digitale Technologien. Dadurch entstehen auch neue, digitale Geschäftsmodelle. Neben digitaler Kompetenz fordern diese Entwicklungen von Unternehmen und Mitarbeiter/-innen Mut und Anpassungsfähigkeit. Hemmnisse zu überwinden ist die Voraussetzung dafür, die Chancen der Digitalisierung überhaupt ergreifen zu können. Dabei lässt sich ein Schlüsselfaktor identifizieren, der maßgeblich zum Erfolg von Digitalisierungsvorhaben beiträgt: das Vertrauen. Nur wenn Menschen in digitale Technologien Vertrauen und es schaffen Unsicherheiten abzulegen, ist der Weg in eine digitale Zukunft gangbar. Daher ist es das zentrale Anliegen des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation, den Menschen in den Mittelpunkt des digitalen Wandels zu stellen. Vertrauen und Digitalisierung werden dabei zusammengedacht und gehen stets Hand in Hand.

Vertrauen und Kommunikation zusammendenken

Der Vertrauensaspekt taucht in all jenen Bereichen auf, in denen Digitalisierung und Kommunikation aufeinandertreffen. Das betrifft die interne Kommunikation mit Mitarbeiter/-innen ebenso wie die externe Kommunikation mit Geschäftspartner/-innen und Kunden/-innen. Wir verstehen Vertrauen als Grundlage jeder wirtschaftlichen Interaktion bzw. Kooperation. Mit zunehmender digitaler Vernetzung interner und externer Prozesse gewinnt es an Bedeutung. Wertschöpfungsketten verlaufen immer weniger linear. Vielmehr bilden Unternehmen digitale Wertschöpfungsnetzwerke, in denen digitale Technologien den zentralen Baustein der Zusammenarbeit bilden. Persönliche Kontakte werden verstärkt durch digitale Technologien ergänzt oder ersetzt. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Vertrauen die Grundlage erfolgreicher Digitalisierungsprojekte darstellt.

Mitarbeiter/-innen mitnehmen

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass die Digitalisierung bewährter Prozesse oder die Implementierung neuer Software bei einigen Teilen der Belegschaft zunächst zu Unsicherheiten führt und Skepsis auslöst. Dies kann eine Hürde für Digitalisierungsvorhaben bedeuten. Führungskräfte sollten dies im digitalen Transformationsprozess berücksichtigen und ernst nehmen. Um ein Umdenken bei allen Mitarbeitenden zu erreichen, ist es wichtig, eine Kultur des Vertrauens ins Unternehmen zu bringen. Das Kompetenzzentrum Kommunikation begleitet Unternehmen dabei, Strategien zu entwickeln, die das gesamte Team im digitalen Wandel mitnehmen. Wenn Mitarbeitende erkennen, dass die digitalen Technologien keinen Selbstzweck darstellen, sondern zum Vorteil von Unternehmen und der Belegschaft eingesetzt werden können, ist der Grundstein für für die digitale Transformation gelegt.

Vertrauen aktiv gestalten

Vertrauen ist gestaltbar. Daher kommt es auf das richtige Vertrauensmanagement an. Entscheidend dabei ist es, neben der eigenen Unternehmenssicht auch die Perspektive der Kooperationspartner/-innen im Blick zu haben und systematisch zu erfassen, welche Chancen und Risiken sich bei einer möglichen Zusammenarbeit für Partner/-innen ergeben. Auf identifizierte Chancen- bzw. Risikofaktoren kann dann mit gezielten Maßnahmen eingewirkt werden. Vertrauensbildende Faktoren für die Zusammenarbeit sind z. B. klare Regeln oder IT- Sicherheitsstandards, die als Kon­trollmechanismen dienen. Das Vertrauensmanagement als integralen Bestandteil der Gesamtstrategie des Unternehmens zu verstehen, ist entscheidend, denn es kann dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu sichern oder gar zu steigern.

Vertrauen in Technologien

Im Rahmen eines Umsetzungsprojekts hat das Kompetenzzentrum Kommunikation gemeinsam mit einem Start-Up-Unternehmen Maßnahmen erarbeitet, um das Vertrauen der Nutzer/-innen in eine App für das Baugewerbe aufzubauen. Mithilfe des Perspektivwechsels konnten konkrete Features für die App erarbeitet werden, die die Problemstellungen der Nutzer/-innen etwa bei der Ressourcenplanung berücksichtigen. Darauf aufbauend konnten konkrete Features für die App identifiziert werden, die Lösungsvorschläge für die Probleme der Nutzer/-innen boten.

Vertrauen durch Technologien stärken

Digitale Technologien können jedoch auch ein Instrument darstellen, das Vertrauen zwischen Kooperationspartnern schafft. Eine mittlerweile etablierte Form Vertrauen digital zu stützen, stellen Plattformen dar. Sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich schaffen sie Raum für Interaktionen zwischen Partnern/-innen oder mit Kunden/-innen. In der Regel kommen Transaktionen oder Kooperationen zwischen Markteilnehmern/-innen  nur dann zustande, wenn zwischen den kooperierenden Akteuren/-innen ein Vertrauensverhältnis besteht. Dieses aufzubauen erfordert Zeit und Ressourcen. Plattformen verkürzen den Prozess der Vertrauensbildung, indem sie eine sichere Geschäftsumgebung zur Verfügung stellen und so nicht nur als Informations-, sondern auch Vertrauensmittler fungieren. Das vereinfacht Kooperationen und Transaktionen und beschleunigt deren Zustandekommen.

Unterstützung durch das Kompetenzzentrum Kommunikation

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation unterstützt Unternehmen mit verschiedenen Formaten und Methoden dabei, Sensibilität für den Faktor Vertrauen zu entwickeln und auf die Erkenntnisse der Wirtschaftspsychologie zu bauen, um diese für Geschäftsbeziehungen nutzbar zu machen. Dabei setzen wir unter anderem auf die Methode LEGO® SERIOUS PLAY® oder die Chancen-Risiko-Analyse. Dabei verfolgen wir systematisch folgende Ziele:

  • Erarbeitung gemeinsame Vorstellung zur Begrifflichkeit „Vertrauen“
  • Herausarbeitung und Diskussion unterschiedlicher Vertrauensdimensionen.
  • Identifikation wesentlicher Säulen des Vertrauens.
  • Identifikation der Rollen von Vertrauensnehmern und Vertrauensgebern.
  • Anwendung der Theorie auf konkrete Unternehmensszenarien.
  • Betrachtung unterschiedlicher Wahrnehmungsperspektiven.
  • Analyse von Chancen und Risiken zu beispielhaften oder individuellen Geschäftsmodellen sowie Ableitung von Maßnahmen

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