Wie „Augmented Reality“ Zeit, Ressourcen und Frust ersparen kann

Erweiterte Realität in der Wartungspraxis. (Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH)

Erweiterte Realität in der Wartungspraxis. (Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH)


15. Mai 2019 | Von Kevin Bremken

Wie wird zukünftig die Arbeit mit Maschinen aussehen und wie können die vielfältigen digitalen Innovationen Wartungsprozesse gestalten? Vor allem Unternehmen und Mitarbeiter/-innen stellen sich im Zuge der Digitalisierung ähnliche Fragen. Ein Praxisbeispiel, wie Augmented Reality AR (Erweiterte Realität) Zeit, Ressourcen und Frust ersparen kann.

Bei der G. Kraft Maschinenbau GmbH, einem internationalen Sondermaschinenhersteller aus Rietberg-Mastholte (Kreis Gütersloh), geht man fortschrittliche Wartungswege, so kommt eine Augmented-Reality-App zum Einsatz. Mit Hilfe dieser speziell für den Maschinenbau konzipierten AR-App können wichtige Wartungsprozesse in 3D lagegerecht und in Echtzeit mittels erweiterter Realität an ausgewählten Maschinen abgerufen werden.

Augmented Reality in der Wartung

Die AR-Technologie unterstützt somit insgesamt den Weg zu einer materialbewussteren, mobilen Wartung. Dazu müssen vom Techniker lediglich bestimmte Marker an den jeweiligen Bauteilen per Tablet gescannt werden. Ein entsprechendes Menüsymbol bietet Zugriffsmöglichkeiten auf alle Funktionalitäten und Informationen in Bezug auf dieses Bauteil. Sollten während des Wartungsprozesses Fragen entstehen, kann der Mitarbeiter direkt vor Ort per Markerscan technische Dokumente des Maschinenbauteils abfragen. Kommt es zu unlösbaren Fragen, kann unkompliziert über die App Kontakt mit der Service-Hotline des Unternehmens aufgenommen werden.

Neben den technischen Dokumenten werden dem Techniker nach dem Scannen auch Stück- und Verschleißteillisten der konkreten Maschinenkomponente elektronisch zur Verfügung gestellt. Zusätzlich kann direkt eine Bestellung aufgegeben werden, die auf die in der App spezifizierten Kundendaten zugreift und die gewünschte Bestellung an Kraft Maschinenbau weiterleitet. Durch die auf bestimmte Bauteile zugeschnittenen Bestelllisten und die elektronische Übermittlung der Bestelldaten werden Fehler im Bestellprozess vermieden. Vor- und Nachbereitungszeiten verkürzen sich maßgeblich, Papierarbeit wird obsolet.

Mit Augmented Reality Einblick in verdeckte Bauteile gewinnen

Die G. Kraft Maschinenbau GmbH ermöglicht bisher die Wartung von drei Bauteilen. Notwendige Montageschritte für den Austausch von Bauteilen werden durch detailreiche Animationen anschaulich dargestellt und können leicht nachvollzogen werden. Die animierten 3D-Modelle der Bauteile können einen Einblick auch auf nicht-sichtbare Bauteile und Baugruppen ermöglichen. Als Hilfestellung können im AR-Modus virtuelle Werkzeuge und das Bauteil in die reale Arbeitsumgebung eingeblendet werden und so den Montagetechniker unterstützen.


Animierte 3D-Modelle von Bauteilen. (Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH)

Neben dem AR-Modus verfügt die App zusätzlich über die Möglichkeit, in eine 3D-Darstellung virtueller Montagehallen zu wechseln. Sowohl im AR-Modus als auch in der 3D-Darstellung können Techniker mit Montageanimationen von Maschinenbauteilen interagieren und durch Wischgesten auf dem Tablet Animationen und Bauteile von allen Seiten betrachten sowie besonders relevante Inhalte heranzoomen. Durch die Visualisierung komplexer Montageschritte können Techniker schwierige Arbeitsschritte mit geringerer Fehlerquote ausführen und Stillstands- und Montagezeiten können reduziert werden.  

Auch wenn sich Nutzer der App nicht vor Ort an einer der Maschinen befinden, kann in der App durch direkte Auswahl dennoch auf sämtliche Informationen der Maschinenkomponenten zugegriffen werden. So können Bestelllisten im Büro noch einmal überarbeitet oder Informationen zu bestimmten Montageschritten mit Kollegen ausgetauscht werden.

Intelligent Vernetzt

Zukünftig können durch mobiles Datenmanagement via Augmented Reality alle relevanten Informationen spezifisch auf dem Tablet des Technikers angezeigt werden. Die komplette technische und soziale Vernetzung ermöglicht ein deutlich effizienteres und präziseres Arbeiten. Viele Erklärungsprozesse, für die bisher der persönliche Kontakt zu einem Experten unabdingbar war, können per AR automatisiert oder zumindest unterstützt werden. Damit werden auch Service-Mitarbeitende ohne Expertenwissen schnell und zuverlässig in den Wartungsprozess inkludiert.

Maschinenbediener sowie Service- und Wartungspersonal werden bestmöglich in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Somit zeigt G. Kraft mit ihrer AR-Implikation einen möglichen Weg die Mensch-Maschinen-Beziehung so zu gestalten, dass sie zeit- und ressourcensparend im unternehmerischen Alltag assistiert und mehr Freiraum für kreative Entfaltungs- sowie Spezialisierungsgestaltung der Angestellten schafft.

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