Die Digitalisierung im Unternehmen beginnt bei Mitarbeiter/-innen

Zwei Frauen sitzen an einem digitalen Arbeitsplatz und arbeiten am Computer.

Die Digitalisierung braucht mehr als nur Technologie.


19. Mai 2020 | Von Svenja Dittmann

Damit der digitale Wandel funktioniert, braucht es mehr als nur Technologie. Denn die Digitalisierung bietet viele Chancen: neue effizientere Geschäftsmodelle, Vernetzung von Daten und neue Möglichkeiten bei der Kommunikation – davon profitieren Menschen und Unternehmen. Laut einer Studie stehen Mitarbeiter/-innen grundsätzlich neuen Technologien positiv gegenüber. Dennoch bestehen in Teilen der Belegschaft auch Ängste oder Skepsis gegenüber den teilweise tiefgreifenden Veränderungen, die die Digitalisierung im Unternehmen mit sich bringt. Dies stellt eine Herausforderung dar, die im Transformationsprozess zu berücksichtigen ist.

Ängste durch die Digitalisierung

Einige Mitarbeitende sehen weniger die positiven Auswirkungen digitaler Lösungen, sondern stehen der Einführung digitaler Anwendungen im Unternehmen eher skeptisch gegenüber. Einer Studie zufolge entwickeln fast die Hälfte aller Mitarbeiter/-innen Ängste in Bezug auf die digitale Transformation. Grund dafür können Berührungsängste mit technischen Lösungen für Arbeitsprozesse sein, die zuvor analog organisiert waren. Dies geben 48 Prozent der Befragten an. Es können aber auch existenziellere Befürchtungen ausgelöst werden. Die Sorge ist hier, dass digitale Systeme menschliche Arbeitskraft etwa durch Robotik, Automatisierung oder den Einsatz algorithmischer Anwendungen ersetzen könnten. 51 Prozent der Befragten befürchten, dadurch ihren Arbeitsplatz zu verlieren, so eine Studie.

Sorge vor digitaler Überwachung

Darüber hinaus können Unsicherheiten mit Blick auf Monitoring und Überwachung von Arbeitsprozessen durch neue technische Möglichkeiten vorhanden sein. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen könnten befürchten, hinsichtlich der Effizienz und Schnelligkeit ihrer Arbeit überwacht und bewertet zu werden. Die Sorge ist hier, dass der Mensch zu einem sogenannten ‚gläsernen Mitarbeiter‘ wird, der permanenten Analysen und Kontrollmechanismen unterliegt.

Datenschutzgrundverordnung als Absicherung für Mitarbeitende

Grundsätzlich bieten einige digitale Anwendungen die technischen Möglichkeiten zur Überwachung. Die Verfügung über mögliche Überwachungswerkzeuge ist für Unternehmen tatsächlich jedoch sehr begrenzt, da viele dieser Überwachungsmöglichkeiten nicht nur Persönlichkeitsrechte der Angestellten verletzten würden, sondern auch gegen die gesetzlich fixierten Datenschutzvorgaben verstoßen. Grundlage dafür ist die am 28. Mai 2018 in Kraft getretene EU- Datenschutz- Grundverordnung (DSGVO), die nicht nur die Möglichkeiten der Datenerhebung und –verarbeitung personenbezogener Daten im privaten, sondern auch im beruflichen Rahmen reguliert. Diese räumt Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen mehr Rechte ein und setzt neue Regeln für Arbeitgeber fest. Die DSGVO sichert Einzelpersonen gegen unrechtmäßige Überwachung ab.

Belegschaft in Digitalisierungsprozesse einbinden

Die Digitalisierung und neue Prozesse erfordern immer ein Umdenken auch bei Mitarbeitenden. Deshalb ist es wichtig, dass Veränderungen im Unternehmen gemeinsam gestaltet werden. Unser Punkteplan kann dabei unterstützen eine positive Haltung gegenüber Veränderungen bei allen Mitarbeitenden zu fördern:

  • Zeigen Sie den konkreten Mehrwert für Mitarbeitende und Betrieb auf, den die neue Technologien bieten, die im Unternehmen Anwendung finden sollen. Heben Sie hervor, inwiefern es ermöglicht auch individuelle Potenziale besser zu entfalten.
  • Informieren Sie Mitarbeiter/-innen darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden, um alle gleichermaßen zum Umgang mit neuen Anwendungen zu befähigen. Dies können Schulungen, Workshops oder Weiterbildungen sein. In diesem Rahmen können Mitarbeitende konkrete Erfahrungen machen und sich von den neuen Technologien überzeugen.
  • Fördern Sie eine Kultur des Vertrauens im Unternehmen, indem Sie Mitarbeiter/-innen zu Feedback ermutigen und auf eventuelle Sorgen empathisch reagieren. Achten Sie darauf, ihr Team über die Entwicklungen stets auf dem Laufenden zu halten.
  • Achten die auf Ihre Wortwahl. Schlagworte und Anglizismen die im Zusammenhang mit der Digitalisierung häufig gebraucht werden, können bei einigen Mitarbeitenden Verwirrung stiften. Formulieren sie die Funktion und den Nutzen neuer Lösungen unmissverständlich.
  • Geben Sie Mitarbeiter/-innen die Möglichkeit zum Experimentieren und Ausprobieren und nehmen Sie ihnen die Scheu vor Fehlern im Umgang mit neuen Anwendungen.  So tragen Sie zu einer konstruktiven Fehlerkultur im Unternehmen bei.

Ansatzpunkte für Unternehmen

Für Unternehmen muss das Ziel also zum einen sein, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Skepsis zu nehmen und mit konkreten Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Digitalisierung nicht als Bedrohung empfunden wird. Dabei gilt es Chancen und Potenziale hervorzuheben. Zum anderen müssen Unternehmen hinsichtlich der geltenden Rechtsprechung sicherstellen, dass Aspekte der Sicherheit und des Schutzes personenbezogener Daten rechtmäßig gehandhabt sind. Hiermit sind die Voraussetzungen geschaffen, um das Vertrauen von Mitarbeiter/-innen und Mitarbeitern zu festigen und Loyalität zu stärken.

Die Fruchtbarkeit digitaler Lösungen im Betrieb hängt zu großen Teilen von der Einstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Wenn alle an einem Strang ziehen und gleichermaßen von den digitalen Neuerungen im Unternehmen überzeugt sind, ist eine erfolgreiche und ganzheitliche Verankerung digitaler Lösungen im Unternehmen möglich. Mit den richtigen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass Vertrauen und bei den Mitarbeiter/-innen bei der Digitalisierung bestehen bleibt. So ist der Grundstein für eine gewinnbringende Digitalisierung in ihrem Unternehmen gelegt.

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