Mehr „New Work“ durch Corona – Es geht

Eine Frau arbeitet von zu Hause an ihrem Schreibtisch

Das Arbeiten von zu Hause gelingt, wenn die Bedingungen stimmen.


12. Mai 2020 | Von Anne-Kathrin Berg

Viele haben das erlebt: In der ersten Phase des Corona-Lockdowns wurde in fast jedem Betrieb geprüft, welche Arbeit auch aus der Wohnung der Beschäftigten ausgeführt werden kann. Hektisch entstanden tausende Möglichkeiten, die schnell das Etikett „Homeoffice“ erhielten und viele weitere meist Englische oder Denglische Begriffe folgten – wie „Remote-Arbeiten“ oder „New Work“. Ob die Menschen überhaupt ein Büro zu Hause hatten oder am Küchentisch saßen, war zunächst zweitrangig. Inzwischen hat sich vieles eingespielt und Stück für Stück kommt die Normalität zurück. Zugleich wird überlegt, was wir gelernt haben, was wir besser machen und was beibehalten möchten.

Der Umstieg ins Homeoffice

Unser Team arbeitet, wie so viele derzeit, ebenfalls von zu Hause aus. Wir halten auch für die nächste Zeit noch daran fest. Wir erkennen in dieser Form des Arbeitens viele Chancen. Zugegeben, wir hatten das Glück, dass wir recht problemlos in das Homeoffice umsteigen konnten. Wir alle hatten Notebooks, die Daten in einer sicheren Cloud und kannten Programme, die digitales Zusammenarbeiten erleichtern. Zudem arbeiten wir inhaltlich ohnehin in einem Bereich, der die Digitalisierung vorantreiben möchte. Wir sind also daran interessiert, Angebote wie Workshops, Sprechstunden und Seminare auch ins Netz zu verlegen.

Remote funktioniert – auch wenn etwas fehlt

Wir sehen, dass vieles funktioniert und dennoch: Wir vermissen uns auch. Wir vermissen den Alltag, den lockeren Spruch vor der Kaffeemaschine, auf dem Flur und das Persönliche beim gemeinsamen Mittagessen. Und wir vermissen den Face-to-Face-Kontakt mit kleinen und mittleren Unternehmen, mit anderen Kompetenzzentren und Multiplikatoren. Keine Web- und keine Telefonkonferenz, egal ob mit oder ohne Video, kann dieses Miteinander in Gänze ersetzen. Und weil wir so viel auf den Monitor schauen und auf dem einen Stuhl sitzen, sind die meisten von uns viel erschöpfter am Abend. Alles hat zwei Seiten.

Bei realen Treffen sind wir es gewohnt, alle unsere Sinne zu nutzen. Dazu gehören: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Im Moment verwenden wir vermehrt nur die beiden zuerst genannten. Die anderen drei sind jedoch nicht weniger wichtig für ein erfülltes menschliches Miteinander. Deshalb freuen wir uns besonders auf die Zeit, in der wir wieder von Normalität sprechen können.

New Work und die Schaffung von Möglichkeiten

Der aktuelle Stand der Diskussion: Es geht nicht mehr um ein „Homeoffice-versus-Büro“, um ein „Entweder-Oder“. Es geht um die Frage, wie aus der Krise vermehrt sinnvolle „hybride Arbeitsmodelle“ entstehen können, die eine gewisse Flexibilität nicht nur dulden, sondern sogar fördern. Und es geht um die Schaffung der Möglichkeiten dazu. Letzten Endes verlangt das ein Gesetz, was die Zukunft diesbezüglich mitgestaltet. Jenseits der politischen Rahmenbedingungen geht es aber auch um die Unterstützung durch Unternehmen sowie um die Selbstverantwortung der Mitarbeiter/-innen. Wenn von allen Seiten erkannt wird, dass die Arbeit trotzdem läuft und nicht ins Stocken gerät und wenn Vorgesetzte das Vertrauen in ihre Mitarbeiter/-innen aufbringen können, dann werden wir nach der Corona-Pandemie sicherlich offener und lösungsfokussierter denn je darüber sprechen.

Den digitalen Anschub für New Work nutzen

Es wird und muss kommen, das „Recht auf Homeoffice“. Im Grunde geht es dabei aber um mehr als um die Frage nach dem „Wo“. Es geht um „New Work“ auf den Schreibtischen und in den Köpfen. „Neue Arbeit“: Dahinter steckt eine ganze Philosophie. Eine, in der Freiheit eine große Rolle spielt – damit zusammen hängen auch Prinzipien der Führung und der Zusammenarbeit untereinander. New Work verändert nicht nur die Arbeit um uns herum, sondern uns und unsere Einstellungen. Die Erlaubnis Dinge zu hinterfragen und neue Wege zu gehen, ist dafür die Basis. Nichts ist automatisch gut, nur weil es schon immer so war.

Eines kann man schon jetzt auf jeden Fall festhalten: die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft hat 2020 einen immensen Schub bekommen. Diesen digitalen Anschub sollten wird nutzen und nach der Krise nicht mehr dahinter zurückfallen.

SCHLAGWORTE

Passende Themen

Das Team MUNSCH Chemie Pumpen GmbH

Veränderungsmanagement

Wie ein Unternehmen die Digitalisierung gestaltet

Die Digitalisierung eröffnet eine Fülle von Möglichkeiten. In diesem Beispiel können Sie lesen, wie die MUNSCH GmbH diese für sich nutzt. Weiterlesen

Veränderungsprozess

Veränderungsmanagement

Veränderungsprozess starten – aber wie?

Veränderungen wie die digitale Transformation können Angst auslösen. Ein Modell kann helfen, diesen Wandel mit den Mitarbeitenden erfolgreich zu bestehen. Weiterlesen

Digitalisierung Mittelstand

Veränderungsmanagement

Mehrheit der Unternehmen sieht Digitalisierung als Chance

Wie stehen Unternehmen zum digitalen Wandel? Wie schnell wird die Digitalisierung umgesetzt? Wir haben Studien ausgewertet und verglichen. Weiterlesen