Vier Tipps für Ihren Social-Media-Auftritt 2022

Menschen tippen auf Smartphones

Bildquelle: Unsplash


7. Januar 2022 | Von Josephine Franz

Der Dienstleister Hootsuite hat wieder seinen jährlichen Social-Media-Trendreport für das Jahr 2022 veröffentlicht. Dabei stützt sich der Online-Dienstleister auf die Ergebnisse einer im dritten Quartal 2021 durchgeführten Umfrage mit über 18.000 Marketing-Mitarbeitenden. Wir haben daraus die aus unseren Augen wichtigsten vier Empfehlungen für Sie zusammengefasst.

Marketingabteilungen waren in den letzten Monaten, bzw. seit Beginn der Corona-Pandemie, häufig gefordert schnelle Lösungen zu finden, taktisch und spontan zu agieren. Nun lohnt es sich für Unternehmen wieder etwas strategischer zu denken. Diese verschiedenen Trends werden für Unternehmen in 2022 auf den sozialen Plattformen eine große Rolle spielen:

Tipp 1: Markenstrategie in bereits etablierten Online-Communities umsetzen

Online-Communities wachsen in der digitalen Welt auf sämtlichen Plattformen zu den verschiedensten Themen. Nutzer:innen tauschen sich dort aus, interagieren miteinander und erleben dort ein Zugehörigkeitsgefühl. Gerade für junge Menschen verschwimmen die Grenzen zwischen digitaler und physischer Welt immer mehr. Für Unternehmen und Marken ergeben sich dadurch vielfältige Möglichkeiten Sichtbarkeit innerhalb der (potenziellen) Kundschaft aufzubauen.

Unser Tipp: Marken oder Unternehmen müssen nicht zwingend versuchen, eine eigene Community aufzubauen. Es empfiehlt sich vielmehr auf bestehende Communities zurückzugreifen, in denen sich die eigenen Zielgruppen aufhalten. Dort können Unternehmen mehr über die eigenen Kund:innen erfahren und so Rückschlüsse für die Erstellung von eigenen Inhalten ziehen. Gleichzeitig kann die Kooperation mit (Mikro-)Influencer:innen auf verschiedenen Plattformen angestrebt werden. Dabei kommen die gängigen Netzwerke (z.B. Facebook, Instagram, TikTok usw.), aber auch Nischenplattformen, die ein spezielles Interesse abdecken (z.B. Twitch, goodreads.com usw.) in Frage. Wenn Unternehmen ihre Inhalte authentisch über Content-Kreator:innen in deren Communities verteilen, können sie wichtige Zielgruppen erschließen.

Dieser Trend bedeutet nun auch nicht sofort auf allen möglichen sozialen (Nischen-)Netzwerken präsent sein zu müssen. Unternehmen sollten sich strategisch überlegen, wo sie hohe Erfolgschancen für ihre Geschäftsziele sehen und dürfen dabei gerne ein bisschen ausprobieren. Hierfür benötigt es experimentierfreudige Mitarbeitende, die auch bereit sind, sich immer wieder in (neue) Nischennetzwerke einzuarbeiten und deren Funktionsweise zu verstehen. Denn: Das nächste TikTok kommt bestimmt.

Tipp 2: Kreative und innovative Social-Media-Werbung

Die Werbebudgets in Unternehmen sind laut der Gartner CMO Spend Survey im Verhältnis zum Umsatz aktuell so niedrig wie noch nie. Gleichzeitig fokussieren sich Marketing-Expert:innen auf digitale Kanäle und sehen einen höheren Bedarf an Ausgaben für Social Media 2022. Dabei liegt neben den „bewährten Kanälen“ (Instagram, Facebook, YouTube und LinkedIn) der Fokus vor allem auf TikTok, Pinterest und Snapchat. Dort sind Anzeigen aktuell erfolgreicher, da sich diese häufig organischer in die Plattformen einfügen und Anzeigen dort von den Nutzer:innen (noch) nicht so sehr als Markensättigung wahrgenommen werden. In den Nischenkanälen liegt also einiges an Potenzial, um bei den Zielgruppen eine hohe Wirkung zu erzeugen und die eigenen Geschäftsziele effektiv zu erreichen.

Unser Tipp: Für Unternehmen ist es wichtig, innovative Werbeanzeigen zu entwickeln, die zu den jeweiligen sozialen Netzwerken passen. Nutzer:innen nehmen Social-Media-Werbung nämlich längst bewusst wahr. Sie haben dadurch höhere Anforderungen und erwarten Kreativität. Um sich von der Masse abzuheben, sollten Unternehmen also in gute Anzeigen investieren, die die verschiedenen Nutzererlebnisse auf den verschiedenen Plattformen organisch widerspiegeln. Für TikTok bedeutet das z.B. ein Tanz-Video aufzunehmen um dort das Unternehmen oder die Produkte zu präsentieren.

Tipp 3 : Social Commerce – Online-Shopping findet immer mehr auf sozialen Netzwerken statt

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass noch mehr Menschen ihre Einkäufe online tätigen. Dementsprechend setzen immer mehr Unternehmen auf Online-Verkaufskanäle. Der Umsatz darüber ist in den letzten zwei Jahren stark angestiegen und auch für die nächsten Jahre wird ein starker Anstieg der E-Commerce-Umsätze erwartet. Online-Shopping wird sich also auch weiter in den Gewohnheiten der Konsument:innen durchsetzen. Dabei zeichnet sich innerhalb des Online-Shoppings ein weiterer Trend ab: Social Commerce, also das Ein- und Verkaufen über Social-Media-Plattformen. Insbesondere junge Zielgruppen nutzen laut den GWI Social Media Marketing Trends soziale Netzwerke mittlerweile häufiger als Suchmaschinen, um darüber Produkte und Marken zu recherchieren. Soziale Medien werden so zum neuen „Einkaufsboulevard“ und damit zur Schnittstelle des Handels und des Kundenerlebnisses.

Unser Tipp: Der stationäre Einzelhandel wird nicht so schnell aussterben, dennoch sollten Handelsunternehmen die Chance des Social Commerce nutzen und Produkte online präsentieren und zum Verkauf anbieten. Hierfür kann das Nutzer:innenerlebnis, das Kund:innen mit der eigenen Marke auf Social Media erfahren, weiter ausgebaut werden. Zum Beispiel können Online-Verkaufsmöglichkeiten über die Social-Media-Kanäle integriert werden. Dabei lohnt es sich, den Online-Kaufprozess so einfach wie möglich zu gestalten. Aber auch schon die Bewerbung von Rabattaktionen oder Schlussverkäufen über die eigenen Social-Media-Auftritte lohnt sich bereits.

Tipp 4: Kund:innenservice-Anfragen verlagern sich zunehmend auf Social-Media-Kanäle

Die Aufgabe von Social-Media-Manager:innen sind im Laufe der Pandemie häufig noch vielfältiger geworden. Da immer mehr Menschen digital und damit auch auf den sozialen Netzwerken unterwegs sind, hinterlassen sie dort auch mehr Nachrichten und Anfragen. Neben der Erstellung von Inhalten, kommen für Social-Media-Mitarbeitende mittlerweile häufig noch Community-Management oder Tätigkeiten des Kund:innenservice hinzu. Viele Kund:innen bevorzugen den digitalen Kund:innenservice anstatt eine Telefon-Hotline anzurufen.

Unser Tipp: Unternehmen sind dazu angehalten, ihren Online-Service auszuweiten, um den Ansprüchen der Kundschaft gerecht zu werden. Ein guter digitaler Kund:innenservice, insbesondere auf den sozialen Netzwerken, erhöht das positive Kund:innenerlebnis, steigert die Markenbekanntheit und fördert Käufe und Produktanfragen. Wenn der Kund:innenservice und die Social-Media-Abteilung in einem Unternehmen bisher getrennt agieren, lohnt sich hier ein Ausbau der Zusammenarbeit.

Die vorgestellten Trends machen deutlich, dass es viele Vorteile für ein Unternehmen gibt sich auf sozialen Netzwerken zu präsentieren. Dabei ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, um mit Kund:innen in Kontakt zu kommen, positive Erlebnisse zu schaffen oder die eigenen Produkte und Dienstleistungen in den Vordergrund zu rücken. Dabei werden sich sicher über das Jahr hinweg wieder neue Entwicklungen und Trends entwickeln, über die sich auch kleine und mittlere Unternehmen fortwährend informieren sollten. Das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Kommunikation steht Ihnen dabei gerne zur Seite.

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