Wozu Usability?


4. November 2020 | Von Anne-Kathrin Berg

Regelmäßig halten wir Ausschau nach informativem Lesestoff und Neuigkeiten. In unserer Auswahl wollen wir Sie auf digitale Themen hinweisen, die wir besonders spannend finden. Diese Ausgabe der Digitalen Lesezeit bietet einen Einblick in die spannende Welt der Nutzerfreundlichkeit und Nutzererfahrung. Besser bekannt unter den englischen Begriffen „Usability und User-Experience“ (UX).

Usability (Benutzerfreundlichkeit) und User-Experience (Nutzererfahrung) sind keine Modewörter. Im Gegenteil! Nutzerforschung ist ein absolut praxisrelevantes Arbeitsfeld. Denn: Es gibt nichts, was perfekt ist. Angebote, die Unternehmen bieten, sind zudem für Nutzer/-innen gedacht. Deshalb müssen sie deren Erwartungen entsprechen, damit sie erfolgreich sind. Die Fähigkeit zur Selbstkritik ist hierfür Schlüsselqualifikation. Kurz: Usability und User-Experience helfen dabei, eigene Produkte auf den Prüfstand zu stellen. Und mit Produkten kann in dem Fall alles gemeint sein: Prototypen, Texte, Internetseiten…

Was ist Usability?

Usability ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, das beurteilt, wie einfach etwas zu benutzen ist, mehr dazu auf onlinemarketingfans.de. Dabei wird vor allem auf Design und Bedienbarkeit wertgelegt. Um ein digitales Beispiel zu nennen: Haben Sie schon einmal Ihre Homepage zum Beispiel durch Kundinnen und Kunden auf Herz und Nieren prüfen lassen. Nein? Dann fangen Sie damit an. Die Frage ist: Wie gut findet sich eine Nutzerin oder ein Nutzer bei Ihnen zurecht?

Was ist „Webseiten-Usability“?

Webseiten-Usability ist für jeden relevant, der eine Homepage hat und gehört in den Bereich des Online-Marketings, schreibt die t3n-Redaktion.

Hierdurch lernen Sie, Ihre Nutzer/-innen besser zu verstehen. Ist eine Webseite nicht benutzerfreundlich, wird diese schneller verlassen. Um Kunden/-innen besser „an die Hand zu nehmen“, sollten Sie verständliche und gut auffindbare Inhalte bieten. Sicherlich kann auch eine geeignete Suchfunktion ihren Teil dazu beitragen.

Kriterien für Webseiten-Usability

Es gibt verschiedene Qualitätsmerkmale einer Webseite. Alle zusammen machen schließlich die User- Experience (UX) aus. Hier ein paar wichtige Usability-Kriterien zusammengefasst, mehr dazu auf ionos.de:

  • Wie einfach ist die Webseite zu erreichen?
  • Ist die Seite verständlich und gut lesbar?
  • Wie schnell kann ein Benutzer auf der Seite eine Aufgabe erledigen?
  • Wie viele „Fehler“ machen Benutzer/-innen dabei? Wie können diese Fehler behoben werden?
  • Wie angenehm ist es, die Webseite zu verwenden?

Usability und Barrierefreiheit

Gerade für Menschen mit Behinderung spielt neben Usability von Webseiten auch die digitale Barrierefreiheit (Accessibility) eine besondere Rolle. Mehr zum Thema hat Aktion Mensch zusammengestellt.

Es gibt zum Beispiel für blinde Menschen gute Möglichkeiten, sich selbständig im Netz zu informieren (Braillezeilen, Vorleseprogramme). Ihre Verantwortung als Informationsanbieter: Ihre Website muss entsprechend strukturiert sein. Auch für gehörlose Menschen werden die Angebote in Gebärdensprache allmählich mehr. Was gerne vergessen wird: Auch an barrierefreie und verständliche Sprache muss gedacht werden. Zum Beispiel für Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber eigentlich für alle, die sich über gut strukturierte Texte freuen. Barrierefreiheit und Usability im Internet kommen unter dem Strich einer größeren Zahl an Menschen zugute, als man im ersten Moment denkt.

Wie starte ich selbst Usability-Tests?

Usability-Tests können z.B. durch Eye Tracking erfolgen. Hierbei werden Blickrichtungen von Testerinnen und Testern erfasst. Günstiger wird es durch direkte Beobachtung in Live-Tests, z.B. mithilfe der Thinking-Aloud-Methode, welche die Uni Freiburg so beschreibt.

Bei Thinking-Aloud-Tests werden Testende gebeten, ihre Gedanken laut mitzuteilen. Und zwar direkt, während sie die Test-Homepage besuchen und dort versuchen, eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Die Erkenntnisse über das Verhalten der Nutzenden werden später für die Verbesserung der Homepage verwendet. Die genannten Methoden stellen unterschiedliche Prozesse dar und haben unterschiedliche Ziele. Dennoch haben sie eines gemeinsam: Die Ergebnisse solcher Tests durch geeignete Methoden nutzen langfristig gesehen nicht nur der Website, sondern der ganzen Organisation. Mehr Methoden auf nngroup.com.

Am allerbesten ist es natürlich, wenn Nutzer/-innen schon von Anfang an in den Entwicklungsprozess einbezogen werden. Aber: Es ist nie zu spät für Usability! Auch wenn Ihre Homepage schon online ist, sollten Sie kontinuierlich weiteroptimieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Usability-Testens. Ihrer Fantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Gerade kreative Formate kommen gut an bei Testpersonen. Wir stellen Ihnen hier einen sehr einfachen und interessanten Ansatz vor.

Das Usability-Testessen

Das Usability-Testessen ist eine spielerische und kostengünstige Möglichkeit, in einem ungezwungenen Rahmen bei Pizza und kühlen Getränken mit Testpersonen in Kontakt zu kommen. Mehr zum Konzept verraten Quäntchen und Glück.

In einer lockeren Umgebung treffen sich freiwillige Tester/-innen mit Personen, die zum Beispiel ihre Webseite testen lassen möchten. Das Ganze funktioniert ähnlich wie ein Speeddating und ebenfalls mit Hilfe der Thinking-Aloud-Methode.

Sie haben die Möglichkeit, Usability-Testessen in Präsenz-Veranstaltungen zu organisieren oder auch digital. Die digitale Variante kann über ein Video-Konferenztool, wie z.B. Zoom, Teams, BigBlueButton und Co. realisiert werden. Für digitale Tests sind sogenannte „Breaktout-Räume“ hilfreich. Das sind virtuelle Räume, in denen die Testperson mit den jeweiligen Anbietern einer Website ungestört reden und über den geteilten Bildschirm mögliche Unstimmigkeiten auf der Homepage verfolgen können. Indem die Testperson laut darüber spricht, was sie beim Klicken verwirrt oder wo sie nicht weiterkommt, erhalten Entwickler/-innen oder Besitzer/-innen der Homepage wertvolle Hinweise, wo ihre Optimierung ansetzen kann.

Usability für KMU?

Aber sicher! Nutzerfreundlichkeit und gute User-Experience machen es wahrscheinlich, dass Webseiten häufiger besucht und schließlich positiv honoriert werden, übrigens auch von Suchmaschinen. Besucher/-innen werden wiederkommen und im besten Fall zu Stammkunden/-innen, die teilen, empfehlen und verlinken. All dies dient letzten Endes auch der Sichtbarkeit einer Seite im Netz. Ein echter Wettbewerbsvorteil also, sich an Nutzerbedürfnissen zu orientieren und diese ernst zu nehmen. Doch egal aus welcher Motivation heraus Sie Ihre Website optimieren möchten, sehen Sie das Feedback von Tester/-innen als Chance. Denn: Feedback ist das Frühstück der Champions.

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