Digitalisierung und Coworking – der „ländliche Raum“ als Innovationstreiber

Die Digitalisierung bietet gerade für ländliche Regionen viele Möglichkeiten.

Die Digitalisierung bietet gerade für ländliche Regionen viele Möglichkeiten.


25. Juni 2019 | Von Lucia Ruge

Die Digitalisierung unterstützt ländliche Regionen bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel infrastrukturellen Defiziten oder dem Rückgang von ärztlichen Versorgungsangeboten. Gleichzeitig ermöglicht der digitale Wandel ländlichen Strukturen eine radikale Aufwertung ihrer Potenziale in den Bereichen vernetztes Denken, Arbeiten und Leben, die auch für urbane Regionen Innovationstreiber sein können.

Vernetzung, Austausch und Kommunikation sind Schlagwörter für erfolgreiche Digitalisierungsprojekte. Denn Digital denken heißt auch vernetzt denken: Initiativen wie „Dörfer im Aufbruch“, „neuland21“ oder die im „Netzwerk Zukunftsorte“ zusammengeschlossenen Coworking-Spaces (Flexibler Arbeitsplatz) zeigen, wie Digitalisierung ländliches Leben bereichert. Sich mit anderen zusammentun, frische Ideen ausprobieren, neue Netzwerke entwickeln und innovative Vertriebskanäle aufbauen – das alles kann auch in städtische Zentren hineinwirken.

Die Digitalisierung verändert die Art des Arbeitens. Dank des technologischen Fortschritts sind heute flexible und offene Arbeitsräume möglich. Dadurch können neuen Geschäftsmodelle und Arbeitskulturen entstehen. Coworking Spaces und die vermehrte integrierte Zusammenarbeit mit Start-ups sind im ländlichen Raum zwar noch unterrepräsentiert, bieten aber sowohl ein enormes Innovationspotenzial als auch die Entwicklung und Etablierung neuer Geschäftsmodelle und den Raum für neue Arbeitskulturen.

Digitalisierung schafft neue Perspektiven

Die Netzwerkveranstaltung „FreiRaum – BrandenburgDigital“ der Staatskanzlei Brandenburg in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Brandenburg am 27. Mai 2019 brachte Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Kommunen, Wirtschaft, Bildung, Tourismus, Mobilität, Kultur und Gesundheit zusammen. Hierbei stand vor allem die Ermittlung von Chancen der Digitalisierung im ländlichen Raum und die Ausarbeitung von Potenzialen im Fokus der Veranstaltung.

Das Bild zeigt die Workshop-Situation in einem World Café.

Das Bild zeigt die Workshop-Situation in einem World Café.

Unter anderem zeigte sich, dass sich durch die Belebung alter verlassener Gebäude und Industriebranchen ganz neue Perspektiven eröffnen. Beispielhaft hierfür ist ein geplanter digitaler Campus, das „KoDorf“ in Wiesenburg, auf dem bis 2025 neue Arbeitsräume für Unternehmen, Initiativen und Kooperationen sowie eine Siedlung aus Tiny Houses entstehen sollen. Der ländliche Raum kann also mit digitalen Hotspots, wie zum Beispiel Städten, auf beste Weise kombiniert werden. Die Verbindung des Analogen mit dem Digitalen schafft eine neue Art des Lebens und Arbeitens. So kann beispielsweise auch eine Vernetzung mit dem digitalen Fachkräftenachwuchs entstehen, denen der ländliche Raum neue innovative Arbeitsformen eröffnet.

Digitale Lösungen für Arbeitsprozesse

So bietet das „Digitallabor Wirtschaft 4.0” der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) Unternehmen Hilfestellungen und Beratung rund um digitale Kompetenzen, neue agile Führungsstrukturen und digitale Lösungen für Arbeitsprozesse. Warum nicht eine Schichtübergabe per Video statt mit Formularen? Die Idee stammt aus einem Projekt mit Auszubildenden.  Eine „Wünsch-dir-was-Frage“ bringt ebenfalls kreative Ideen zum Sprudeln und überwindet Gedankenschranken. Kreativ und querdenken –  das ist die Kernaufgabe des „Digitalwerks” in Werder. Wie lassen sich komplexe Begriffe wie Block Chain oder Künstliche Intelligenz (KI) anschaulich erklären? In Werder wird ausprobiert, getüftelt und an Erlebnisstationen gebastelt.

Getüftelt wird auch rund um das Thema Mobilität, denn vor allem bezahlbare Lösungen und damit die Erreichbarkeit sind wichtige Voraussetzungen für die Attraktivität von ländlichen Regionen. Den Einsatz eines modernen Rufbusses in ländlichen Regionen, den Nutzer über eine App bestellen können – eine Mitfahr-Alternative für dünn besiedelte Gebiete – oder die schnellere Umsetzung autonomen Fahrens durch eine geeignete Verkehrsinfrastruktur sind Beispiele, mit denen sich auch die Initiative „neuland21“ befasst.

Für die Entwicklung echter innovativer Angebote ist es wichtig, eine Kooperationskultur zu schaffen, damit Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen, um gemeinsam anwenderorientiert neue Ideen zu entwickeln. Es braucht Treiber, die einen Innovationsprozess anschieben und Hindernisse überwinden helfen.

Hierbei kann auch die (Weiter-)Entwicklung einer Kooperationskultur zwischen Kommunen gestärkt und multipliziert werden: Veranstaltungsformate, wie beispielsweise World Café oder Open Space, ermöglichen den Teilnehmenden sich selbst einzubringen. Durch den Austausch von Perspektiven und Ideen können sie gemeinsam zielgerichtete Lösungen ausarbeiten.

Sie möchten Sie möchten neue digitale Projekte kennenlernen? Sie haben gute Ideen? Sie wünsche eine Kooperation oder haben Unterstützungsbedarf? Sie möchten mit uns und anderen ins Gespräch kommen?

Unsere Veranstaltungen  mit innovativen Dialogformaten bieten hierfür Platz und die Gelegenheit zur Vernetzung und gegenseitigem Austausch.

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