Außenwirtschaft trotz Pandemie

Drei Monitore stehen vernetzt nebeneinander. Im Hintergrund sieht man eine Skyline.

Internationale Messen und Events digital im Homeoffice erleben: Hybrid-Events werden immer beliebter.


6. Oktober 2020 | Von Antonia Wagner

Globalisierung und Digitalisierung bieten kleinen und mittleren Unternehmen viele Chancen. So können Betriebe ihre Geschäftsmodelle erweitern, innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln und neue Märkte erschließen. Doch wie werden außenwirtschaftlichen Aktivitäten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) trotz Pandemie konkret weiterentwickelt? Gewohnte internationale Liefer- und Wertschöpfungsketten sind zum Teil unterbrochen, grenzüberschreitende Dienstreisen entfallen und klassische Prozesse in Unternehmen werden auf die Probe gestellt.

Wie digitale Technologien hinsichtlich außenwirtschaftlicher Aktivitäten von KMU weiterhelfen können, war auch eine der zentralen Fragen, die unser Kompetenzzentrum in einem Perspektiv-Workshop mit KMU-Vertreterinnen und -Vertretern diskutierte. Im Gespräch wurden die enormen Auswirkungen der Corona-Krise insbesondere auf KMU der Hauptstadtregion Berlin und Brandenburg im Bereich der internationalen Zusammenarbeit deutlich. Länderübergreifende Kooperationen müssen neu gedacht und in den Prozessen angepasst werden.

Außenwirtschaft digitalisieren – aber wie?

Digitale Technologien, die Kommunikation und Zusammenarbeit orts- und zeitunabhängig möglich machen, haben große Vorteile gegenüber klassischen (Telefon-)Konferenzen. Entwicklungspotenziale liegen zum Beispiel in immersiven Technologien. Virtual- und Augmented-Reality können zwar nicht die personale und interkulturelle Begegnung gänzlich ersetzen, aber sie dienen dazu, in Kontakt zu bleiben und erleichtern besonders in Krisenzeiten die Zusammenarbeit in der Industrie und Produktion. Dezentrale Begegnungssituationen sind aus Unternehmen kaum mehr wegzudenken.

Dieser Meinung ist auch Dr. Frauke Adams, Geschäftsführerin des DiagnostikNet BB. Sie gewährte im Perspektiv-Workshop gemeinsam mit ihrem Kollegen Hannes Thonagel spannende Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen internationaler Kooperationen der Gesundheitswirtschaft. Erfahrungen des DiagnostikNet-BB-Netzwerkes zeigen, dass sich ein (digitales) internationales Kooperieren lohnt, um Kompetenzen weltweit zu nutzen und gemeinsam neue Marktsegmente und Kundenzielgruppen zu erreichen.

Die Zukunft von Messen und Events

Tragende Säulen der Außenwirtschaft waren bisher häufig internationale Messen, die für die Sichtbarkeit und Kundengewinnung von Unternehmen sorgten. Doch wie sieht die Zukunft der Messe aus? Welche Szenarien und Modelle gibt es?

Immer häufiger werden inzwischen Hybrid-Events veranstaltet, die Social Distancing durch Digitalisierung ermöglichen. „Normalerweise“ war auch DiagnostikNet BB gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen physisch auf internationalen Messen vertreten. Künftig setzt des Netzwerk jedoch stärker auf die Entwicklung und Umsetzung virtueller Marktplätze, um die Verbindung zwischen Mitgliedsunternehmen und Kunden/-innen zu ermöglichen.

Ein erstes, virtuelles Messe-Projekt fand als Hybrid-Event im August in China statt: auf der chinesischen Messe CACLP (China Association of Clinical Laboratory Practice Expo). Dort waren branchenaffine Unternehmensvertreter/-innen eines Kooperationspartners in China vor Ort, während andere internationale Partnerunternehmen die gesamten Marketingmaterialien anlieferten und virtuell als Avatare an der Messe teilnahmen.

Ein solches Vorgehen ermöglicht es Messeausstellern/-innen und Teilnehmern/-innen, ortsunabhängig an Events teilzunehmen und sich dort mithilfe digitaler Tools flexibel zu bewegen und zu vernetzen. Reiseaufwände der Unternehmen werden so deutlich reduziert.

Fachliche Begleitung und finanzielle Unterstützung

Um kleine und mittlere Unternehmen in außenwirtschaftlich orientierten Digitalisierungsprojekten zu unterstützen, gibt es verschiedene Förderprogramme der Bundesregierung sowie der Europäischen Union. Das Ziel dahinter: den nachhaltigen Erfolg durch individuelle fachliche Begleitung herbeiführen.

Eines der aktuellen Förderprogramme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) nennt sich „Digital jetzt“. Das Programm ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen Zuschüsse von bis zu 50.000€ für Digitalisierungsprojekte.

Eine kostenfreie Möglichkeit der fachlichen Unterstützung bieten auch die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren. Diese begleiten Unternehmen im Rahmen des BMWi-Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital gezielt, wenn es um Digitalisierungsfragen geht.

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