Blockchain schafft neue Möglichkeiten

Blockchain


22. Februar 2019 | Von Kevin Bremken/red

Dank des Geschäfts mit Kryptowährungen schafft die Blockchain es immer mehr in den Fokus der Unternehmen. Ihr Potenzial geht allerdings über das Verwalten von Bitcoin hinaus. Die Technologie wird bereits in der Logistik oder Buchhaltung eingesetzt und kann auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Vorteile bieten.

In unserer gegenwärtig dynamisch agierenden Arbeitswelt, in der technische Erneuerungen Bestandteil betrieblicher Praxis sind, verändern sich nicht nur Arbeitsplatz und Arbeitsalltag, sondern auch das Verständnis von digitalen Anwendungsfeldern per se. Die Möglichkeit autonome, kooperative und transparente Abläufe technisch zu gestalten bietet neue Konzepte in den Bereichen Logistik, Buchhaltung und Zertifikaten. Genau dort setzt die sogenannte Blockchain ein. Egal ob Bestellungen nachverfolgt, Kundendaten verwaltet oder ein verlorenes Diensthandy gesperrt werden soll: Bei der Blockchain handelt es sich um eine Basistechnologie, die sich flexibel in völlig unterschiedlichen Szenarien einsetzen lässt. So gibt es auch im Bereich der Unternehmens-IT bereits erste Wegbereiter-Projekte.

Blockchain ist mehr als nur Bitcoin

Gerade durch den inzwischen etwas verblassten Trend um digitale Zahlungsmittel (insbesondere im Hinblick auf die Kryptowährung „Bitcoin“) ist das Thema „Blockchain“ in den Wirtschaftsnachrichten publik geworden. Kurz gesagt steckt hinter der Blockchain eine Art dezentrale Datenbank von Handel in einem verteilten Netzwerk. Die Transaktionen werden dort ohne zentrale Instanz verarbeitet, überprüft und mit weiteren Transaktionen zu einem „Block“ gefasst, der anschließend den restlichen Abfolgen angehängt wird. Diese Abfolgen bilden die „Chain“, in diesem Fall also eine Transaktionskette. Beginnt eine neue Transaktion, wird sie in einen Block gefasst. Jeder Block ist mit dem vor ihm sowie nach ihm liegenden verbunden. Transaktionen sind somit miteinander verriegelt und bilden eine unumkehrbare Kette, eine Blockkette bzw. Blockchain. Dabei läuft all das dezentral, ohne dritte, regulative Instanz (meist kostenverbundene; Notar etc.). Sekündlich laufen in der Geschäftswelt zahlreiche Transaktionen ab, von Zahlungsanweisungen, bis zu den Zahlungsvorgängen wird bislang alles über jeweils eigene Kontobücher erfasst.

Der Informationsstand derjenigen, die in die Transaktionsvorgänge involviert sind, ist entsprechend heterogen, nicht zuletzt sind die Ansichtsmasken bei der Softwarenutzung häufig unterschiedlich. Die Nutzung der Blockchain schafft hier Abhilfe: alle in das Geschehen einbezogene Nutzer sehen eine Version der Wahrheit, jedes Detail – von Beginn an.

Was ist mit Datenschutz?

Mit der Blockchain wird dementsprechend eine zumindest erwähnenswerte Alternative zu der klassischen Form von Zertifikaten ermöglicht, da die normalerweise kostenanfällige dritte, absegnende Instanz entfällt und durch eine Vielzahl öffentlicher Kopien sichergestellt wird, dass der Vertrag durchsichtig bleibt. Als nicht manipulierbare Datenbank, die sich über viele Verschlingungen eines Netzwerks erstreckt, ermöglicht sie eine fälschungssichere Abfassung von Transaktionen, bei der nachträgliche Änderungen unmöglich sind. Hierdurch lassen sich Transaktionskosten reduzieren, dafür Transparenz und Sicherheit bewahren.

Die Blockchain-Technologie ist ein noch relativ neuer Ansatz für voll
automatisierte Geschäftsbeziehungen mit Garantie der Ausführung.

KMU sollten sich in einem ersten Schritt Klarheit verschaffen, welche Abläufe sie mit der Blockchain koppeln möchten bzw. welche Bereiche sich für einen Einsatz anbieten und strukturell im Zuge der allgemeinen Digitalisierung umgestaltet werden können. Des Weiteren sollten sich KMU darüber im Klaren sein, dass diese Informations- bzw. Datentransparenz innerhalb der Blockchain gerade im Zusammenhang von strategischen Verhandlungen nicht immer wünschenswert sein könnte (spezifische sensible Daten). Daher ist für einen optimalen Einsatz der Blockchain ein Zwischenschritt ratsam, der die jeweiligen Daten zusätzlich verschlüsselt. Die Koordination der Zusammenarbeit zwischen den relevanten Unternehmenspartnern  benötigt zudem ein Veränderungsmanagement, um die jeweilige Abstimmung zu optimieren.

Besonders KMU mit wechselnden GeschäftspartnerInnen profitieren von diesen Anwendungen dank beschleunigter, vereinfachter sowie abgestimmter Verwaltungs- und Lieferketten. Durch das Internet der Dinge, welches ebenfalls einen Bedeutungsgewinn erfährt, könnten beispielsweise elektronische Geräte, dank ihrer Internetverbindung, auf Basis von Blockchain-Verknüpfungen sicher Daten austauschen. Insgesamt betrachtet bietet die Blockchain durch das Kombinieren mit weiteren Trends der Digitalisierung in den kommenden Jahren einiges an Potenzial, um weitere Anwendungsszenarien zu konzipieren und ermöglicht so Unternehmen, MitarbeiterInnen sowie KundInnen zugängliche Lösungen.

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