Podcasts als Marketing-Instrument für KMU

Ein Smartphone im Hintergrund und ein Mikrofon im Vordergrund soll einen Podcast symbolisieren, der digital aufgenommen wird und gehört wird.

Bildquelle: Pixabay

Kleine und mittlere Unternehmen können von Podcasts profitieren.


25. Mai 2021 | Von Lennard Fötzsch

Podcasts werden immer beliebter – in Deutschland spricht man von der dritten Welle. Laut dem Online-Audio-Monitor 2020 hört mittlerweile jeder vierte Deutsche Podcasts. Alleine auf Spotify gibt es inzwischen ca. 40.000 deutschsprachige Formate. Das sind gewaltige Zahlen, und der Trend scheint ungebrochen. Die Beliebtheit von Podcasts steigt nicht nur aus der Sicht von Hörerinnen und Hörern. Auch für kleine- und mittlere Unternehmen (KMU) werden Podcasts immer interessanter und können als ein zusätzlicher Kanal im Marketing und in der Kommunikation dienen. Aber was ist Podcasting eigentlich und wie funktioniert es?

Was ist ein Podcast?

Der Begriff „Podcast“ ist ein Kunstwort, das aus den Wörtern „pod“ und „cast“ gebildet wird. Der Wortteil „pod“ ist eine Abkürzung für Apples ersten MP3-Player iPod, der Wortteil „cast“ stammt vom englischen Wort „broadcast“ (für senden/Sendung oder ausstrahlen/Ausstrahlung). Podcasts sind in den frühen 2000er-Jahren entstanden. Ihren Namen gab ihnen 2004 Ben Hammersley, der in einem Artikel nach einem Synonym für Audio-Blogging gesucht hat. Zu den Podcast-Pionieren gehörte der bekannte Moderator Adam Curry. So richtig in Schwung gekommen sind Podcasts aber erst in den letzten Jahren.

Technisch gesehen ist ein Podcast eine Audio- und/oder Videodatei, die mittels eines RSS-Feeds abonniert werden kann. Mittlerweile wird im Internet aber alles als Podcast bezeichnet, was sich anhören lässt, unabhängig davon, über welche Technologie der Podcast abonniert wird. Eine zeitgemäße Definition lautet also: Podcasts sind eine Reihe bzw. Serie von Audio-Inhalten, die in regelmäßigen Abständen als einzelne Episoden veröffentlicht werden.

Inhaltlich ist ein Podcast ein Format, in dem sich meistens ein oder mehrere Sprecher über ein bestimmtes Thema unterhalten. Der/die Moderator/-in eines Podcasts wird Podcast-Host oder Podcaster/-in genannt. Das kann zum Beispiel ein Podcast über Fußball sein, in dem über die Ergebnisse des Bundesliga-Spieltags diskutiert wird. Eine zeitliche Vorgabe existiert nicht, die gängige Länge einer Folge liegt allerdings zwischen 15 und 60 Minuten.

RSS-Feed: Die Abkürzung RSS steht für „Really Simple Syndication“, was so viel wie „wirklich einfache Verbreitung“ bedeutet. Bei einem RSS-Feed handelt es sich um eine Technologie, die es zum Beispiel erlaubt, Nachrichtenseiten (Websites) oder einen Podcast zu abonnieren. Durch das Abonnieren eines RSS-Feeds werden Nutzer/-innen automatisch informiert, wenn die zur Verfügung gestellten Inhalte aktualisiert werden.

Wie kann ein Podcast gehört werden?

Podcasts können zum Beispiel über den Computer, das Tablet oder das Smartphone gehört werden. Da man Podcasts herunterladen und somit unterwegs und offline hören kann, ist das Smartphone das beliebteste Gerät. Auf vielen Smartphones sind Podcast-Apps vorinstalliert, über die das kostenfreie Hören von Podcast möglich ist. Auf dem iPhone gibt es die App „Apple Podcasts“, auf einem Android-Smartphone kann man die App „Google Podcasts“ installieren. Streaming-Anbieter wie Spotify oder Deezer bieten ebenfalls Podcasts an. Über eine Podcast-App können Podcasts abonniert, Episoden heruntergeladen und angehört werden.

Was macht Podcasts so besonders?

Dadurch, dass sich Episoden herunterladen lassen, können Podcasts zu jeder Zeit an jedem Ort gehört werden. Eine weitere Besonderheit zeigt sich im Vergleich zu anderen Kanälen: Lesen kostet viel Zeit, Videos anzuschauen erfordert eine hohe Aufmerksamkeit. Ein Podcast dagegen kann bei fast jeder Aktivität nebenbei gehört werden: beim Autofahren, bei der Hausarbeit oder zum Einschlafen. Außerdem sind Podcasts authentisch. Sie begleiten die Hörer/-innen in sehr vielen persönlichen Situationen im Alltag. Durch die besondere Wirkung von Audio bauen Hörer/-innen eine vertraute Bindung zum/zur Podcaster/-in auf.

Mittelstand-Digital Podcasts

Ist Podcasting auch für Unternehmen relevant?

Podcasts werden auch in der Kommunikation von Unternehmen eingesetzt. In diesem Fall spricht man von Corporate Podcasts (zu deutsch: Unternehmens-Podcast). Bisher werden Corporate Podcasts von Agenturen oder Einzelunternehmern in der Dienstleistungsbranche genutzt, um potenzielle Neukund/-innen mit kostenfreien Informationen zu den angebotenen Dienstleistungen zu führen. Auch Großunternehmen investieren fleißig in Podcast-Produktionen. Doch wie Podcast-Stratege Jürgen Krauss richtig feststellt, liegt genau in diesem Punkt die große Chance für KMU. Der Podcast-Markt wartet förmlich darauf, spannende Formate und Geschichten aus dem Mittelstand zu hören. Eine Sache, die KMU und Podcasts vereint: Sie sind stark in der Nische. KMU haben oft eine gute Nischenexpertise vorzuweisen, was genau den Nerv von Podcasts trifft, denen besonders große Erfolgschancen zugetraut werden, wenn sie eine Nische bedienen.

Was können KMU mit einem Podcast erreichen?

Wer kurzfristige Ziele verfolgt oder in reinen Absatzzielen denkt, findet im Podcasting wahrscheinlich nicht den passenden Kanal. Dafür bieten Podcasts andere Vorteile: Ein Podcast stellt KMU ein Format zur Verfügung, das mit interessanten und spannenden Inhalten gefüllt werden kann. Podacsting bietet KMU in einem regelmäßigen Rhythmus eine Art Bühne, auf der sie zu ihren Zuhörer/-innen sprechen können: Nah, sympathisch und authentisch.

Unternehmen können sich im Podcast bei der Wissensvermittlung als Expert/-innen positionieren und Vertrauen in die eigene Marke schaffen. Ein Podcast ist eine hervorragende Möglichkeit, um zu (Neu-)Kundinnen und Kunden eine enge Bindung aufzubauen. Den Podcast eines Unternehmens zu hören, kann zu einem Hobby werden, genauso wie das eine Fernsehserie kann. Und so wie Fernsehserien Fans haben, ist das auch bei Podcasts der Fall. Und Fans empfehlen gerne weiter – sofern der Podcast spannende Inhalte vermittelt. Hörer/-innen des Podcasts werden Botschafter/-innen des Unternehmens und sorgen für eine höhere Bekanntheit der eigenen Marke. Ein Podcast ist also ein langfristiges Commitment, durch das Kundenbeziehungen besonderer Art aufgebaut werden können und eine spannende Zielgruppe erreicht werden kann.

Wie wird ein Podcast aufgenommen?

Theoretisch lassen sich Podcasts sogar mit dem Smartphone aufnehmen. Um professionell zu starten, ist allerdings eine Investition in die Technik sinnvoll. Tatsächlich können aber ca. 200 Euro Startkapital reichen, um mit qualitativ wertvollem Klang einen eigenen Podcast überall dort zu veröffentlichen, wo es Podcasts gibt. [Link: Kapitel 3.2].

In der Themensammlung „Podcasting im Mittelstand“ finden Sie viele Informationen rund um das Thema „Podcasts im Einsatz in der Unternehmenskommunikation“.

Um eine Vorstellung zu bekommen, was ein Podcast ist und wie ein Podcast ablaufen kann, hören Sie gerne mal in den Podcast Mittelstand-Digital.

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